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Briefwechsel

 

“Für eine angenehme Erinnerung muss man selbst sorgen” – das meinte Paul Hörbiger.

In der Tat – und das wissen auch die meisten Menschen, in dem sie schöne Erinnerungen in ihrem Tagebuch festhalten oder eben diese – durch Briefe – an andere Menschen senden. Jedoch bleibt es bemerkenswert, wie wenig über das Briefeschreiben als eine wichtige Form des Mitteilens gesagt und geschrieben worden ist. 

Ein guter Brief kann den schmerzvollen Tag eines Menschen verwandeln, kann alle Gefühle der Verstimmung verscheuchen, kann ein Lächeln schenken und Freude ins Herz senken.
Wie oft steht man vor einem leeren Briefkasten – leer im Sinne von, darin befindet sich nur Werbe- und Rechnungspost – und freut sich, wenn ein ganz persönlicher Brief sich darin einmal verirrt hat.

Ein Liebesbrief, ein Brief von einer Freundin, einem Freund, den man aus den Augen verloren hatte, ein Dankesbrief, ein Brief aus der Ferne. Ein Brief von der Tochter, dem Sohn, den Enkelkindern, die sich gerade im Studium irgendwo auf dem Globus befinden. Ein weitestgehend unbekannter Autor behauptet sogar: „Menschen, die keine Briefe gewechselt haben, kennen einander nicht.“

In unserem Archiv haben wir bereits solche Briefe gesammlet. Das beginnt bei den Feldpostbriefen aus dem 1. Weltkrieg und reicht bis zu den Briefen, die man sich in Not- und Grenzzeiten schrieb oder während eines Auslandaufenthaltes zu Studienzwecken. 

Natürlich tragen Briefe – in der Regel – immer einen sehr persönlichen, individuellen Charakter. Solche werden meist in besonderen Schmuckkästchen oder in ganz gewöhnlichen Schuhkartons aufbewahrt, bis man sie eines Tages wiederentdeckt. Dann werden sie jedoch bereits von einer anderen Generation gelesen und hoffentlich nicht vernichtet.

„Ein Brief errötet nicht. Aber er vergilbt“ Mit dieser Redewenung wird noch einmal auf die Bedeutung der Briefkultur hingewiesen: Offenheit, Ehrlichkeit, Langlebigkeit.
Heutzutage schreibt man sich nur noch selten einen Brief – und noch seltener mit der Hand, sondern benutzt dafür die moderne Schreibtechnik. 

Aber auch Briefe, ausgetauscht zwischen Menschen gleicher Gesinnung und in Liebe einander zugewandt, werden heute wieder per E-Mail versendet. Die Übermittlungstechnik hat sich verändert, nicht aber der Sinn des Brifeschreibens an sich.

Wir in unserem Archiv möchten Briefe bewahrt wissen, die aus der alten Zeit und die von Heute. Darum übergeben sie uns Ihre Briefe aus Nachlässen – ob als Sammlung oder als Einzelbrief. Denn sie künden vom Denken und Fühlen, geben tiefste Einsichten in Lebenswelten von Menschen, die einander in tiefer persönlicher Zuneigung verbunden waren. 

Das Briefeschreiben ist eine sehr wichtige Kunst, sie sollte nicht verlorengehen und auch weiterhin gepflegt werden – das ist unsere Sichtweise und unser Anliegen, sie zu bewahren und erneut anzuregen.  

 

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